Da schau her...
Grundsätzlich erkennt man eine Top-Bar-Hive (Oberträgerbeute) daran, dass sie keine Rähmchen, sondern bewegliche Waben (Mobilbau) mit nur einer oberen Leiste hat, die Oberträger bilden gleichzeitig, dicht aneinander gelegt, die obere Begrenzung und Abstandseinrichtung. Dabei wird der Abstand zwischen den Mittelwänden der Waben durch die Breite der Oberträger bestimmt, da es in der Mitte immer einen herausgehobenen, oft aus Wachs oder mit Wachs bestrichenen, Anfangsstreifen für die Bienen gibt. In Europa beträgt die Breite der Oberträger 35 mm und in Afrika 32 mm. (Die Maße werden direkt von der Bienengröße bestimmt. Oberträger für Dickwaben wären entsprechend breiter.) Eine Auflagefolie ist überflüssig. Da die Enden über den Beutenrand hinausragen, kann man die Waben anheben, ohne in das Bienenvolk hineinzugreifen müssen.
Der Top-Bar ist also alles in einem: Innendeckel, Wabenoberträger, Abstandseinrichtung, Orientierungspunkt
Der Abstand von Wabenmitte zu Wabenmitte beträgt, wie oben erwähnt, 35 mm, diese ergeben sich aus der Wabe mit Zellen zu beiden Seiten und einer Wabengasse. Die Wabengasse ist zwei Bienen breit, so dass die Bienen auf zwei nebeneinander gebauten Waben herumlaufen können. Unter einem Oberträger befindet sich eine Scheibe aus genau einer Wabe mit den darauf in einer Lage aufsitzenden Bienen.

Je nach Schräge der Wände unterscheidet man zwischen Kenyan Top Bar Hive (KTBH) mit schrägen Wänden und Tanzanian Top Bar Hive (TTBH) mit geraden Wänden. Die Beuten können aus Holz, Flechtwerk mit Lehm und/oder Dung beziehungsweise Plastik hergestellt werden. In warmen Ländern sind auch Top-Bar-Hives aus Folien zu finden. Der Boden wird auch rundlich ausgeführt, dann ist das Anbringen einer Varroa-Windel schwieriger.

Bienen bauen nach oben und je nach Herkunft an Flächen an, die schräg nach oben führen. Flächen die nach unten geneigt sind, werden wenig und zum Boden wird gar nicht angebaut. (In einer rundlichen Baumhöhle bauen die Bienen also die Waben in der oberen Hälfte an und lassen in der unteren Hälfte Abstand zu Wand und Boden.)

Die Top-Bars können sehr unterschiedlich gestaltet sein. Hier einige Beispiele:
Grundform A:

Grundform B:

Grundform mit angepassten Enden:

Die Nut kann mit einem Mittelwandstreifen (geprägt oder ungeprägt), einem Wachsgrat oder mit einer Holzleiste gefüllt werden, um einen Anfangsstreifen zu bilden:

(Ungeprägte Mittelwandstreifen werden ähnlich gezogenen Kerzen hergestellt. Ein Brettchen in Länge des erforderlichen Mittelwandstreifens wird in flüssiges Wachs mehrmals eingetaucht. Das erstarrte Wachs wird auf dem Brett geschnitten und abgezogen. Zwischen den Arbeitsgängen wird das Brettchen in Lösemittel (Zum Beispiel 1 L Wasser, 0,5 L hochprozentigen Spiritus, 0,25 L Honig getaucht. Alternativ kann ein 2,5 cm breiter Papierstreifen (ähnlich einem Kerzendocht mehrfach in flüssiges Wachs getaucht werden.)
Fehlen hierzu die Werkzeuge gibt es die Möglichkeiten:
eine Leiste anzuheften

oder einen Anfangsstreifen aus einem Docht zu fertigen, der mit flüssigem Wachs angegosssen wird. Die Enden werden mit Knoten gebildet.

1-2 mm Mittelwandstreifen können auch mittig per Hand angepresst und zur Ausformung kurz mit einer offenen Flamme angeschmolzen werden. Der Oberträger wird dazu senkrecht gehalten.
In anderen Kontinenten wird auch einfach Bambus entsprechend gespalten.

Für Kreissägenverliebte gibt es auch diese Lösung

Es gibt viele Quellen, wie die Wabe durch Querstangen, Schnüre o.ä. stabilisiert werden können. Zur besseren Vorstellung auch hiervon ein paar Beispiele:

Fluglochgestaltung bei der Oberträgerbeute
Die Gestaltung der Fluglöcher hängt weitgehenst von praktischen Erwägungen ab. Die Fluglöcher in der Top-Bar-Hive können verschieden gestaltet sein. Es hängt von lokalen Bedingungen, wie Feinden und Räubereigefahr, und den Bienen ab, was sich besonders eignet. Typisch sind einfache Öffnungen, zum Beispiel eine Reihe von runden Bohrungen oder eine Reihe von dreieckigen Ausschnitten. Viele kleine Fluglöcher sind für die Bienen leichter zu verteidigen und leichter durch den Imker zu schließen. Je nach Lage stehen die Waben im Warmbau (quer zum Flugloch) oder im Kaltbau (Waben längs zum Flugloch). Beim Einengen des Fluglochs sollte die verbleibende Öffnung beim Warmbau idealerweise in einer Ecke liegen. Beim sogenannten Kaltbau sollte das Flugloch zur Mitte hin eingeengt werden. Bei Beuten mit nahezu quadratischem Grundriss hat man die freie Auswahl. Bei der Top-Bar-hive (Oberträgerbeute) muss man für sich abwägen. Das Flughoch an der Stirnseite ist in seiner maximalen Abmessung stark begrenzt. Ein zweites Flugloch kann nur zu einer Himmelsrichtung angelegt werden. Es können jedoch jeweils 2 Beuten eng aneinander gestellt werden. Wenn sich die Fluglöcher an der Längsseite befinden, können durch die weitere Länge mehr kleinere Öffnungen geschaffen werden. Die schrägen Seitenteile formen für diese Seiten ohne weiteren Aufwand (und ohne die Wabenzahl bei fixer Blechgröße für das Dach zu begrenzen) einen wetterschützenden Dachüberstand. Falls man eine Oberträgerbeute auch als Zuchttrog verwenden möchte, empfiehlt es sich, den Ausflug (entgegen den obigen Empfehlungen) an beiden Seiteenden anzubringen. Zur Honigproduktion sollte jedoch nur von einer Seite ausgehend geöffnet werden (s. a. Baukasten).

Die Ausdehnung des Bienenvolkes in einen Raum ist mit mehreren ineinandergesteckten Luftballons vergleichbar, die vom Flugloch her aufgeblasen werden. Die Brut braucht Luft und dann Pollen und dann kommt erst der Honig.