Hobbyimkern in der Oberträgerbeute

Auch das noch...

Im Herbst 2007 hungerten die Bienen, da das Jahr so früh begann und die Blüte nicht lange anhalten konnte. Nach einem warmen (für die Bienen dadurch unruhigen Winter, in dem sie keine echte Winterruhe fanden) kam das absehbare Folgepech in Form einer Brutkrankheit der Sackbrut zu meinen Bienen. Zum erstern mal habe ich ein Volk über den Winter verloren und genauso verloren war das Frühjahr. Durch die Brutkrankheit kamen die Völker nicht richtig ins Wachsen und die Haupttracht war nur eine Aufbautracht.

Um die Selbstheilung zu unterstützen, habe ich bei einem Volk die gesamte Brut ausgeschnitten. Zuvor hatte ich bei allen Völkern durch das stichprobenartige Öffenen von verdeckelten Brutzellen mit einer Entdecklungsgabe den Befall kontrolliert. Die Larven erscheinen verdreht mit dem vorderen Ende wie angehoben in der Zelle. Es kommt bei den Larven zu braunen Verfärbungen. In der Wabe bleiben einzelne verdeckelte Zellen stehen. Hier sollte eine genauere Kontrolle der Ursache auf den Grund gehen.

Die abgestorbene Larve liegt Schiffchenförmig, verderht in Zelle.

Bei allen Brutkrankheiten muss eine Diagnose soweit wie möglich erfolgen, um der Ausbreitung der Bösartigen (oder Amerikanischen) Faulbrut vorzubeugen. Die Sackbrut ist am Aussehen der Brut zu erkennen. Zieht man eine erkrankte Larve mit einer Spitz oder einer Pinzette aus der Wabe hängt Ihr Körper wie ein flüssigkeitsgefülltes Säcken nach unten. (Auf die Diagnostizierung anderer Brutkrankheiten und weiterer Merkmale möchte ich hier nicht weiter eingehen, da es hier sowieso nicht umfassend abgehandelt werden könnte. Auf jeden Fall sollten Interssierte im Internet oder Fachbüchern auch nach dem Streichholztest für Faulbrut suchen oder sich an einen Sachverständigen für Bienenkrankheiten wenden.)

Auch die Sackbrut erscheint häufig als Folgekrankheit der Varroa und ist in vielen Völkern latent vorhanden. Deshalb habe ich eine Varroa-Kontrolle an die anderen Maßnahmen angeschlossen. Der Befall war jedoch überraschend niedrig.

Die Geißel der Imkerei

Bei der Varroabekämpfung setzte ich grundsätzlich auf Ameisensäure. Der Verdunster wurde in einen einfachen aber stabilen Rahmen eingesetzt. Hier ist der Nassenheider Verdampfer, in einem einfachem Wabenbock aus einer Klappkiste und einem Holzrahmen eingehängt, zu sehen. Ein Wabenbock oder ähnliches ist bei der Arbeit mit Naturwabenbau wichtig, da die Waben empfindlich gegen Seitendruck sind und Erdkontakt der Waben wegen der Gefahr von Botulismus-Keimen vermieden werden sollte.


Hier hängt der Nassenheider Verdunster im Volk. Die Ameisensäure ist bereits weitgehenst verdunstet. Der obere Dochtrand zeigt eine dunkle Verfärbung.

Auf der Windel (Bodenbrett) sind die zahlreichen abetöteten Milben als dunkle Pünktchen nach der Sommerbehandlung zu sehen.

 

Milchsäurebehandlung

Bei einem natürlichen Milbenfall von mehr als 5 Milben je Tag ist eine Winterbehandlung mit Milchsäure notwendig. Die Behandlung muss in der brutfreien Winterzeit bei Außentemperaturen zwischen 5-10° C geschehen. Leider sind diese Tage am Anfang des Jahres selten. Um wenigstens nicht auf den Regen Rücksicht nehmen zu müssen, habe ich mir mit einem großen Regenschirm etwas Schutz geschaffen.

Die Milchsäure wird 15% mit einem einfachen Handzerstäuber aufgebracht. In der Nähe steht noch ein großer Druckzerstäuber, um die Säure von Handschuhen oder Nichtzielflächen mit Wasser abzuspülen. Zur Mischung benutze ich eine 100 ml Spritze. (Erst das Wasser, dann die Säure, sonst geschieht das Ungeheure.) Die Bienen sollen nach dem Einsprühen grau (nicht schwarz) erscheinen.


Die Vorteile in der Milchsäurebehandlung liegen in der guten Wirksamkeit und der relativen Ungefährlichkeit. Die Nachteile sind der hohe Arbeitsaufwand und die Wetterabhängigkeit. Was den Einsatz bei der Bewirtschaftung vieler Völker sehr erschwert.



 

Links, zwo, drei, vier...

Deutlich mehr lästig als schädlich sind wohl die kleineren Ameisenarten, die eine Bearbeitung allerdings ziemlich unangenehm gestalten können. Häufig versteckten sie sich in ihrer Panik unrter den Enden der Oberträger. Was zu angenehmen Überraschungen führt, wenn man nichtsahnend den Oberträger anheben will.

Bei Sonnenschein bringen die Ameisen die Kokons zum Aufwärmen zwischen Oberträger und Deckelisolierung. Der Beginn der Bearbeitung beginnt mit einem wehrhaften Gegner.


Am besten ist es die Reviere eindeutig abzustecken. Durch die die Aufhängung der Kästen, ist es relativ (eben nur relativ) einfach alle Übergangsstellen mit Wollfett (Lanolin aus der Apotheke) einzuschmieren.

Viele Zuckergäste versuchen etwas vom Sammelfleiß der Bienen zu erbeuten manche jagen auch gleich noch die heimkommenden Bienen. Hornissen sind bestimmt besonders edle Jäger, die selber schützenswert sind. Dieses Exemplar war ins Volk eingedrungen und lag (tot) auf dem Bodengitter, Im Spätsommer kann man häufig auch Hummeln oder Wespen beobachten, wie sie in die Völker eindringen.


Hornisse neben Biene auf Drahtgitterboden


 

Andere wie dieser Falter suchen nur Wärme und ein trockenes Plätzchen.

Falter (vielleicht ein Kiefernspanner?) an Dämmauflage

Und mancher ungewöhnliche und wenige bekannter Gast findet sich auch. Wer wird denn gleich Vorurteile wegen der schlechten Verwandschaft haben?

Eine vollkommen harmlose weibliche Waldschabe.

Schabe auf Dämmplatte

 

Top-Bar-Hive
Systematisches
Bien und Beute
Jahreslauf
Varroa und Co.
Imkern
Hobbyimkern in der Oberträgerbeute (Top-Bar-Hive)WerkstattBlaupausenForeign GuestsGastbeiträgeGolzbeuteLong-HiveAktuelles
Alle Rechte vorbehalten.