Hobbyimkern in der Oberträgerbeute

Golzbeute

Ein Blick zurück...

Hobbyimken mit der Golzbeute

Auch wenn ich derzeit meine Golzbeuten eingemottet habe, möchte ich einen Abriss der alten Homepage zu diesem Thema auch auf meiner aktuellen Seite geben. Schließlich habe ich gerne mit der Golzbeute geimkert.

Golzbeute im hohen Gras

Die Beuten standen zuletzt in einem halbverwilderten Garten und waren auf Böschungsringen aufgebockt. Zwischen Beute und Beton lag eine Dachpappe. Das Dach bestand aus einem Maschendraht und Dachpappe, die durch Dachlatten gehalten und mit Spanngummis über die Beute gespannt wurde. Beim Wandern nahm ich die Dächer ab und spannte die Gummis über die Oberseite der Beuten von Griffleiste zu Griffleiste. Die Beuten fallen so selbst bei einem unfreiwilligen Purzelbaum nicht auseinander. An Wanderstandorten benutzte ich stabile, ineinanderstapelbare Kunststoffboxen als Unterlage. Zur Erhöhung der Standfestigkeit reicht es, die Boxen halb mit Erde zu füllen.

Zur Milbenkontrolle können in jede Beute zwei Vorroanachweisgitter geschoben werden. Leider fehlt hier ein echter Unterboden. An der Vorderseite der Varroawindeln habe ich durch zwei Bohrungen eine Drahtschlaufe gezogen, was das Ziehen der Windeln sehr vereinfacht. (Es könnte hilfreich sein, unter die Gitter noch zwei Schienen so anzubringen, dass ein Bienenabstand unter den Windeln bleibt, und Bienen einfach unter dem Gitter weglaufen können.)

handelsübliche Kunststoffgitter

Die Dämmplatten auf den Beuten sind geteilt. Sie dienen  auch als kurzfristiges vergrößertes Flugbrett zum Einschlagen oder Abkehren von Bienen. Besetzte Waben stelle ich an die Beute auf eine Dämmplatte. Übereinandergelegt stören die Platten wenig bei der Arbeit.

Die zur Golzbeute bestellbaren Steigrohre zur Flüssigfütterung rutschen leicht in den Kanister und sind dann nur mühselig wieder herausbefördern. Abhilfe habe ich durch das Anlöten einer daumenlangen Querstange aus Edelstahl (Innenstab einer Schweißkatode) über die obere Öffnung schaffen lassen.

Kanister mit Steigrohr

Der Zucker lässt sich besonders leicht mit einem Trichter aus dem oberen Drittel einer PET-1Liter-Flasche einfüllen.

 

selbst geschnittner Einfülltrichter aus PET-Flasche

Ein leidiges Thema waren die Wabentransporte, bis ich auf die Idee kam neben dem Känguruhkasten und von selbstgebauten 6er-Wabenkisten (die auch als Ablegerkästen dienen können und mit einem Trageband versehen sind) einfache 25 L Isolierboxen (Kühlboxen) zu verwenden. Diese sind haltbar, bienendicht, preisgünstig, gut isoliert und am Griff leicht zu tragen.

Kühlbox mit eingestellten Kuntsch hoch-Waben

Wanderfertige Beute. Das Wandergitter ist vorgeklemmt und die Dämmplatten werden durch die Dachhaltegummis fixiert.

wanderfertig verschlossene Beute

Neben dem Tragen kann auch eine Schubkarre (mit 2 Latten als Auflage) oder diese Karre (die aus einer Milchkarre umgebaut wurde) als Transporthilfe dienen.

Trandportkarre an PKW

Hier sind die Dämmplatten an die Beute gestellt um Bienen vor das Flugloch zu fegen. Die Bienen ziehen in kurzer Zeit in das Flugloch ein. Außerdem ist auf der Abbildung die Fluglochleiste zur Demonstration durch einen selbstgefertigten Einlauf mit Absperrgitter ersetzt, wie es zum Beispiel bei der Völkervereinigung sinnvoll sein kann.

Dach als Abkehrunterlage

Nassenheider Verdunster

mittels einer Leiste in ein Rähmchen eingesetzt. Das Rähmchen ist an einen Känguruh-Ableger-Kasten angelehnt.

Nassenheider Verdunster in teilausgebauter Wabe

Zur Bildung von Zwischenableger sollte dieser 11-Waben-Ablegerkasten dienen. (Quer passen 7 x 1,5 DNW in den Ablegerkasten). Die abgebildete Beute ist leer und mit Dachpappe und Wandergitter geschützt aufgestellt.

Päärchen aus Beute und Ableger auf einem Bock

Einblick auf das Absperrgitter einer leerstehenden Golzbeute. Unter der weißen Abdeckung befindet sich eine Futterkammer, die sich wieder über der Wandernische befindet.

Einblick in eine leere Golzbeute

Bei der letzten Honigernte besaß ich eine nagelneue 2-Wabenschleuder mit integriertem Sieb und Abfüllkanne. Leider muss man sich bauartbedingt zwischen der Sicherung des Antriebes oder den 2 transparenten Auflagedeckelteilen entscheiden, die allerdings im unteren Bild nicht zu sehen sind. Ich habe mich für die Abdeckungen entschieden. Auf dem Foto sieht man unsere Küche während der Vorbereitung zum Schleudern. Die Wände und der Boden sind mit Folie abgedeckt. Statt Entdecklungsgeschirr verwende ich ein Ofenblech (emaillierte Bratpfanne) und 2 Leisten mit einer Kerbe und angeschraubten Saugfüßen. 

Schleuder in abgeklebter Küche

Mit den Einmachgummis können bruchgefährdete Waben umspannt und gesichert werden. Nach dem Schleudern läuft der Honig durch das eingesetzte Sieb und wird anschließend ggfs. nochmals mit einem handelsüblichen Perlondoppelsieb gereinigt. Nach dem Klären wird die Honigoberfläche mit einer Haushaltsfolie abgedeckt und die Folie mit den anhaftenden Verunreinigungen (Schaum) abgezogen. (Der Honig ist anschließend sauberer als nach dem Abschöpfen mittels Honigspachtel.)

Zum Rühren benutzte ich einen Auf-und-ab-Rührstab. Um die Wände der Honiggefäße zu schonen habe ich den Rührer mit Kabelbindern gepolstert, wie es in der unteren Abbildung zu sehen ist. (Nach dem 2. Sieben befindet sich der Honig sich in einem Kunststoffhobbock.)


Auf und Ab mit Plastikschonern

Zur Absicherung des maximalen Wassergehaltes prüfe ich den Honig mit einem Handrefraktometer, das ich günstig im Internet ersteigert habe. Falls das Refraktometer keine automatische Temperaturkontrolle besitzt, sollte man sich für Messungen am Volk unbedingt eine Korrekturtabelle mitliefern lassen.

Noch bevor man das erste Rähmchen zusammensteckt, sollte man sich zuerst eine Nagelform bauen. Die Haltefeder habe ich aus einer Blechdose geschnitten und gebogen. Die Nagelform kann einfach in eine Werkbank eingespannt werden. Für die Paschke-Abstandshalter habe ich eine Montierhilfe geschenkt bekommen, die wie ein Rähmchenlocher funktioniert.

Platte mit aufgeschraubten Leisten und Blechfedern.

Leider gescheitert ist mein Versuch nach einer Anleitung in einer Imkerzeitschrift selbst eine Mittelwandgießform herzustellen. Auch nach dreimaligem Versuch, lösten sich verschiedene Schichten in der Silikonform. So waren nur sehr dicke und brüchige Mittelwände zu produzieren, die ich so nicht verwenden konnte und die sehr langsam in der Herstellung waren. Zur besseren Verankerung der Silikonmasse an der Sperrholzplatte hatte ich nach außen konische Bohrungen in die Deckplatte gebohrt.

gescheiterter Versuch einer Mittelwandgießform

Vom Magazin in die Golzbeute

Zweimal habe ich Völker bekommen, die auf Deutsch Normal saßen und auf Kuntsch hoch gebracht werden mussten, um Sie in der Golzbeute halten zu können. Bei Schwärmen oder Kunstschwärme gibt dies keine Probleme. Aber da es sich beides Mal um Brutableger handelte möchte ich auf die beiden Erfahrungen zurückgreifen. 

Beim ersten mal wurde eine Zarge mit einem Absperrgitter auf eine Golzbeute aufgesetzt. Die Golzbeute wurde quasi in eine Bauernbeute auf Zeit verwandelt. Als Abdeckung der Golzbeute wurde unter passenden Dämmplatten eines dünnes Alublech aufgelegt, das nur den Übergang zwischen aufgesetztem Magazin und Brutraum der Golzbeute offen ließ. Da die Golzbeute in einem Freiständer untergebracht war, gab es keine Probleme mit der Abdeckung. Das Volk baute den Brutraum aus und trug den Honig in die aufgesetzte Zarge ein, die nach der ersten Honigernte abgenommen wurde.

Funktionsskitte aufgesetztes Magazin

Beim zweiten mal habe ich für zwei Zargen (idealer wären noch 1,5 Zargen) einen Einsatz aus einem festen Isolierschaumstoff geschnitten, der fest eingeklemmt wurde. Das Vorgehen entsprach dem vorgenannten, außer das die alten DN-Waben vor dem Eintrag von nennenswertem Honig zurückgegeben wurden.

Funktionsskizze Kunstch hoch-Waben in Doppelzargigem Magazin

Über Fragen, Anregungen, Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge freue ich mich.

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